Forschungsprojekt
Stein -Licht - Mensch
„STEIN – LICHT - MENSCH“ - ist ein künstlerisches Projekt unter Einbeziehung der Astronomie und Archäologie.


Es betrifft die Megalithen-Stätte von Changé in der Nähe vom Ort Saint Piat (Eure-et Loir) France

Dieses Projekt versucht die Erkenntniswege der Kunst und  der Wissenschaft miteinander zu verbinden. Bereits der Name des Projektes deutet auf seine enge Verwandtschaft mit dem Vorläuferprojekt SONNE -LICHT - MENSCH hin, nach dessen Fertigstellung in Juni 1984 ich in Frankreich Kult- und Kulturstätten aus dem Neolithikum besuchte und kennenlernte.
 
Nachdem in der Landschaftsinstallation SONNE - LICHT - MENSCH die Form, der Raum und Zeit untrennbar miteinander verwoben sind, suchte ich nach ähnlichen Zusammenhängen, die an neolithischen Steinsetzungen wie den Dolmen, Menhiren, Steinlinien und Steinkreisen noch heute ablesbar wären.

Im Mittelpunkt meines Interesses standen die folgenden Fragen:

• Inwieweit gibt es eine „Ideenverwandtschaft” meiner Arbeit, deren Inspirationsquelle für mich ursprünglich in Südamerika lag, mit den megalithische Kultstätten der europäischen Jungsteinzeit?

• Kann man überhaupt aus dem Erkenntnis- und Bewusstseinszustands des heutigen Menschen mit Hilfe der stummen Steine, den einzigen sprechenden Zeitgenossen des damaligen vorgeschichtlichen Menschen, etwas über sein Leben, seine Kultur und seinen Wissenstand erfahren?

Meine Landschaftsinstallation weist drei wichtige Merkmale auf, welche RAUM und ZEIT untrennbar miteinander verbinden.
Es sind:
1. Die Einbeziehung der landschaftlichen Gegebenheiten in die Wahl des Standortes (z.B. das Landschaftsprofil),
2. die Ausrichtung der Installation nach den Himmelsrichtungen
und
3. die Einbeziehung des kosmischen Geschehens im Jahresablauf (Bewegung der Sonne am Firmament).

In ähnlicher Weise hoffte ich diese Merkmale auch in den megalithischen Kultstätten des neolithischen Zeitalters zu finden, die zu Grundlagen unser heutiges Wissen über die Welt und Kosmos gehören.

Mein Interesse galt zunächst den noch heute erhaltenen neolithischen Steinsetzungen wie den Dolmen, Menhiren oder Steinreihen, die man in Frankreich findet. Insbesondere interessierte mich die folgenden Fragen:
• Besteht ein Zusammenhang zwischen dem Standort einer Steinsetzung und ihrer möglichen Funktion?
• Welche raumbezogenen Überlegungen führten die vorgeschichtlichen Erbauer zu der Entscheidung, die Stätte X gerade in der jeweiligen Form am Ort Y aufzustellen?
•Welche Rolle spielten dabei Parameter wie z.B. das Landschaftsprofil, die Vegetation usw.?

Durch einen reinen Zufall lernte ich im Sommer 1984 auf dem Weg in die Bretagne die megalithische Steinsetzung des Dolmen "Berceau" am östlichen Rand des Ortes Changé in der Nähe von Chartres im französischen Department Eure-et-Loir in Frankreich,  kennen.


Das Zentrum dieser megalithischen Stätte, die zw. 4500 und 3500 v. unserer Zeitrechnung errichtet wurde und bis etwa 2500 v.Ch. benutzt wurde, besteht aus dem Dolmen "Petit", der als Nekropole diente und den Dolmen "Berceau" mit seinen gravierten Stützsteinen, der bis zu seiner Zerstörung über mehrere Jahrhunderte als Kultstätte im Betrieb war.

In den Folgejahren nach 1984 besuchte ich, häufiger diesen Ort und nahm dort 1991 u.a. auch teil an archäologischen Ausgrabungen, die vor Ort durch eine örtliche Gruppe unter der Leitung von Herrn Dominique Jagu, durchgeführt wurden.

 

 

Berceau Das Loch 1984 72Markierungsstein Dolmen Berceau 1991Mein Interesse konzentrierte sich dabei auf den Dolmen Berceau, insbesondere auf eine auffällige elliptische Öffnung mit teilweise vermutlich künstlich geglätteten Oberfläche, die sich im östlichen der beiden Decksteine des Dolmens befindet. Die Geometrie des Lochs und seine Lage im Bezug auf die übrigen Teile des Dolmens führten mich zu der Hypothese, dass während der Zeit der Dolmennutzung als "ritueller Platz" die Erbauer und Nutzern in seinem Inneren je nach Jahreszeit und der Höhe der Sonne zur Mittagszeit einen sich bewegenden Lichtfleck am Boden, bzw. auf einem Stützstein beobachten konnten. Dadurch könnte Dolmen Berceau als Kalendarium bzw. Sonnenobservatorium genutzt worden sein.
Der Hypothese lag zu Grunde auch die Annahme, dass Dolmen Berceau während der Nutzungszeit nicht unter einem Tumulus aus Steinen begraben war, womit der Durchgang der Sonnenstrahlen durch das Loch in das Innere des Dolmens in der Tat unmöglich wäre.

Die Schlussfolgerung der archäologischen Grabungen war, dass Dolmen Berceau nach mehreren hundert Jahren der Nutzung als "ritueller Platz" durch einen vorsätzlich herbeigeführten Bruch der Deckplatte in zwei Teile unbrauchbar gemacht wurde.
Bei dem Sturz der Deckplaten begrub die Westliche unter sich einen ehemaligen Stützstein im Norden, in dem auffällige Einkerbungen zu finden sind, während sich der östliche Teil der Deckplatte durch das Abrutschen verdrehte.

 

Symposium „STEIN – LICHT - MENSCH“

Berceau Stein Gravierungen 1984 Das Projekt „STEIN – LICHT - MENSCH“ auf dessen Realisierung ich noch in den Neunzigern des 20. JH. hoffte, sollte im Rahmen eines Symposiums interessierte Archäologen, Ingenieure, Astronomen und Künstler zusammenbringen, um Ideen zu sammeln wie die aufgestellte Hypothese experimentell überprüft werden könnte, wodurch auch mehr Verständnis für die Art und Weise der ursprünglichen Nutzung und Bedeutung dieses Ortes ermöglicht werden sollte.

Mangels anderer am Anfang der neunziger Jahren des 20. Jh. allgemein zugänglichen Techniken, wie der heute weit verbreiteten virtuellen Realität und 3-D Computermodellierung, war das ursprüngliche Ziel die beiden Decksteine sowie einen umgestürzten, unter den Decksteinen begrabenen "Markierungsstein" physisch in ihre ursprüngliche Positionen so zu bringen und in ihrer Lage so zu stabilisieren, so dass man im Laufe des Jahres die von den Sonnen strahlen verursachten Lichtphänomene im Dolmen-Inneren beobachten und dokumentieren könnte.

Die französischen Behörden bei denen ich um die Genehmigung bat, verhinderten damals die Umsetzung der Grundidee unter dem Hinweis auf den hohen Denkmalstatus der Anlage.

Der Leiter der Grabungen vor Ort lehnte die Arbeitshypothese mit der Begründung ab, weil Dolmen Berceau nach seiner damaligen Meinung unter einem Tumulus aus Steinen zugedeckt sein sollte.

 

Dieses "Totschlagargument" des Grabungsleiter wurde geäußert, obwohl sich bereits damals aus den bisherigen Grabungsergebnissen andeutete, dass ein Steintumulus nicht über die Höhe der Stützsteine hinausreichte.

Heute, dreißig Jahre später, nach dem Abschluss der archäologischen Grabungen vor Ort und der Etablierung eines Dolmen-Museums an der Grabungsstelle, lautet die im Museum dargestellte Schlussfolgerung, dass es nie eine Zudeckung des Dolmen Berceau durch einen Stein Tumulus gab. Somit gab es auch keine Behinderung der direkten Sonnenbestrahlung des Lochs.

Trotz dem wird bis heute die Existenz des Lochs im Deckstein des Dolmen Berceau und dessen mögliche Funktion aus unerklärlichen Gründen weitgehend ignoriert.
Mehr noch: Nach meinem letzten Besuch der Grabungsstelle und des sehenswerten, neuen Musée des mégalithes de Changé im Herbst 2018 habe ich den früheren Grabungsleiter Dr. Dominique Jagu, der noch heute maßgeblich die Deutungshoheit über diese Stätte inne hat, angeschrieben und ihm vorgeschlagen, mit den heute relativ einfach zugänglichen fotometrischen Methoden den Dolmen und das Loch exakt zu vermessen und auf dieser Grundlage danach ein virtuelles 3D-Modell des Dolmens zu bilden. Dabei würde die jetzige, physische Struktur des Dolmens und die Lage der einzelnen Steine physisch nicht angetastet. Das würde später ermöglichen, das die bisher nur hypothetisch angenommenen  Lichtphänomene, die möglicher Weise vor 4500 - 5000 Jahren im Dolmen Berceau sichtbar waren, in der heutigen Zeit in einem Computer zu simulieren und den heuten Menschen vorzuführen.
Das 3D-Modell könnte andererseits selbstverständlich auch den Nachweis führen, dass die zugrundeliegende Hypothese nicht richtig war.

Obwohl die Virtualisierungsidee die Belange der physischen Erhaltung des Dolmens erfüllen würde und die Erstellung des Computermodells einen relativ überschaubaren Arbeitsaufwand darstellen würde, wurde auch dieser Projektidee im Sommer 2019 durch Dr. Dominique Jagu mit der Begründung pauschal abgelehnt, dass ..."die erzielten Ergebnisse, den Aufwand nicht rechtfertigen würden".

Da Dr. Jagu, der unbestrittene Verdienste für die Entwicklung und Zugänglichmachung des Ortes hat, sich bis heute leider einem offenen Gedankenaustausch zu der Projektidee versperrt, kann man über die Gründe für die Jahrzehnte vor Ort ignorierte Fakten und den eventuellen Folgen dieser Missachtung nur spekulieren: Wegen der Unkenntniss oder Missachtung eines möglichen Zusammenhangs zwischen dem Sonnen- bzw. dem Mondlauf einerseits und der Position sowie der Form des Lochs im Deckstein des Dolmens andererseits, sind bei den Grabungen in der Vergangenheit eventuell irgendwelche wichtige, jedoch unscheinbare Einzelheiten im Dolmen-Inneren als mögliche Markierungen übersehen oder sogar entfernt worden.

 

Die Verwirklichung der Idee eines virtuellen 3D-Modells und die Überprüfung der möglichen astronomischen oder kalendarischen Zusammenhänge in der Bedeutung des Dolmens Berceau, muss vermutlich auf die nächste Generation von Menschen warten, die vor Ort die Verantwortung nach Dr. Jagu übernehmen werden und künftig hoffentlich mehr Offenheit gegenüber den in den vergangenen Jahrzehnten offensichtlich unbeachteten Fakten entgegen bringen werden indem sie auch auf die modernen, technischen Möglichkeiten zurückgreifen werden. Damit wird man sich der Besonderheit und Bedeutung dieses Ortes auf einer anderen Art und Weise nähern, als es bisher mit traditionellen Methoden der Fall war.

Es ist sicherlich sehr wichtig einen solchen besonderen neolithischen Ort behutsam auszugraben und anhand der dort gefunden Knochen und Artefakte zu versuchen über die gesellschaftliche und soziale Strukturen der damaligen Menschen, deren Begräbnistraditionen mehr zu erfahren oder anhand von Zahnverschleiß auf deren Ernährung zu schließen. Es reicht aber nicht pauschal zu sagen: "Dolmen Berceau" war ein ritueller Platz, ohne die Antwort auf die Frage zu suchen, worin der damalige "Ritus" überhaupt bestanden haben könnte, wenn z.B. veränderliche Lichtphänomene, die den damaligen Menschen sicher nicht entgangen sind, heute bei der Deutung des Ortes völlig ignoriert werden.

Sollte der bisher noch nicht überprüfte Zusammenhang physikalisch möglich sein und funktionieren, dann könnte der Ritus u.a. aus langristiger Beobachtung der Lichtpfänomene und der geistigen Anstrengung der damaligen Menschen bestehen, mit der Hilfe von künstlich erbauten "Instrumenten" wie Dolmen Berceau die Welt anhand von wahrnehmbaren Phänomenen begreifen zu versuchen, die Zeit messbar zu machen und den Lauf der Gestirne zu verstehen. Dabei schufen diese Menschen vor 5000 Jahren für die heutige Menschheit, die Grundlagen unserer heutigen Wissenschaften und Technik.
Die Menschen, die Dolmen Berceau erbaut und über Jahrhunderte betrieben haben, gehörten vielleicht auch zu ihnen.


 

 Arbeitsblätter für Schüler

Arbeitsblätter für SchülerAus dem künstlerischen Konzept der Erinnerungsstätte entwickelte die Bürgervereinigung in Zusammenarbeit mit der Pädagogischen Fakultät der Masaryk Universität in Brünn ein Programm, wie diese Stätte in den Projektunterricht an Grundschulen und Gymnasien in der Tschechischen Republik integriert werden kann.
Das Programm ist in einem Pädagogischen Leitfaden für Lehrkräfte sowie in Arbeitsblättern für Schüler dokumentiert.

 

 

 

 

Pädagogischer Leitfaden für Lehrer

Die Übungseinheiten des Programms sind so konzipiert, dass den Jugendlichen nicht nur Kenntnisse der Fakten und historischer Zusammenhänge vermittelt werden, sondern durch persönliches Erleben auch die Entwicklung von emotionalen und sozialen Kompetenzen gefördert wird.

Für die Durchführung der fachübergreifenden Projekte wurden die Lehrkräfte der Fächer Geschichte, Bürgerkunde, Ethik, Kunst und Sprachen im Rahmen eines jährlich vor Ort stattfindenden dreitägigen pädagogischen Seminars vorbereitet.

 

 

 

 

Mehr Informationen?

zurück zur Erinnerungsstätte Černovice

Ausgangssituation des Projektes

Pfad der Erinnerung

Konzeption und Realisierung

Ausstellung in der Totenhalle

Eröffnung der Erinnerungsstätte

 

 

 

michael zwischen seilen

 

 
 

 

Herzlich Willkommen und vielen Dank für Ihren Besuch der Seiten des Bildhauers Michael Deiml Zur Übersicht der künstlerischen Projekte und Ausstellungen.


 

Wellcome and many thanks for your visit of the homepage of the sculptor Michael Deiml.

The english version of this website is currently under construction. Nevertheless, you are welcome to browse through the German version of this homepage in order to get first visual impressions and basic information about Michael Deiml's exhibitions and other art projects.

 


Der vorliegende Konzept wurde durch eine Jury der Stadt Schwetzingen als Sieger  im Wettbewerb um das Mahnmals zum Gedenken an die Opfer des Nazi-Regimes ausgewählt und vom Gemeinderat der Stadt am 27. Januar 2011 zur Realisierung freigegeben. (Siehe Ausschreibung).
 
Die Besonderheit  der Konzeption dieser Gedenkstätte besteht darin, dass in dieser sowohl an die Toten, als auch an die Überlebenden des Naziregimes in Schwetzingen zw. den Jahren 1933 bis 1945 gleichzeitig erinnert werden soll.
Die althergebrachte Bedeutung des Opferbegriffs, der sich in den meisten Denkmälern dieser Art in Deutschland fast ausschließlich auf die Toten konzentriert, soll in diesem öffentlichen Denkmal in Schwetzingen ausdrücklich um den wesentlichen Personenkreis der Überlebenden erweitert werden.
Zu den Namentlich bekannten Opfern gehören etwa 1700 Zwangsarbeiter, 100 Juden und ca. 25 Schwetzinger Bürger, die wegen ihrer Opposition gegen das Naziregime, oder wegen ihrer sexuellen Orientierung verfolgt wurden.
 
Zu den Überlebenden gehören sowohl ca. 75 jüdische Frauen, Männer und Kinder, die nach der Machtergreifung der Nazis im Januar 1933 Schwetzingen verlassen haben, um dem drohenden Unheil unter großen Entbehrungen, Verlust der Heimat und Verwandten zu entkommen versuchten, als auch ca. 17 namentlich bekannte politische Gegner der Nazis in der Stadt.
Die  größte Gruppe der Überlebenden bilden jedoch die ca. 1700 namentlich bekannten Zwangsarbeiter, die während des Krieges nach Schwetzingen verschleppt wurden und für lokale Betriebe sowie die Schwetzinger Stadtverwaltung zur Arbeit gezwungen wurden.
 
Zu den Toten gehören 14 Zwangsarbeiter, 25 Juden*, und 7 weitere Schwetzinger Bürger, die von den Nazis ermordet wurden.
 
Auf der  Grundfläche des Denkmals werden Erinnerungs-steine aus Säulenbasalt so angeordnet, dass die Besucher sich zwischen diesen bewegen können. Auf der oberen Fläche der Steine sind Erinnerungstafeln aus Edelstahl befestigt. Sie tragen Inschriften mit den Namen und biographischen Daten der Opfer, wodurch die Erinnerung individualisiert wird.
Den verschiedenen Opfergruppen werden unterschiedliche Bereiche zugewiesen, die nur durch ebenerdige dunkle Linien im Bodenbelag sichtbar abgegrenzt werden.
An die Toten wird im Zentrum des Mahnmals innerhalb der durch die Bodenlinie abgeschossenen Bereiche erinnert, während die Überlebenden jenseits dieser Linie namentlich gewürdigt werden.
 
Wesentlicher Teil der Konzeption ist die Individualisierung der Opfer, deren Namen und die wichtigsten biographischen Daten auf den einzelnen Erinnerungsteinen lesbar sind.
Auf den Steinen, die den jüdischen Opfern gewidmet sind, werden die Mitglieder einzelner Familien zusammengeführt. An die Mitglieder der selben Familie, die überlebt haben, wird direkt gegenüber auf der anderen Seite der Markierungslinie erinnert.
 
In den Edelstahlspiegeln, die die obere Fläche der Basaltstelen bedecken, spiegeln sich der Himmel, die Besucher und die Umgebung der Gedenkstätte. Die Spiegelflächen tragen die Inschriften mit den Namen und den biographischen Daten der Opfer.
 
 
 
Ursprüngliches Layout im Entwurf der Gedenkstätte für die Opfer des Nazionalsozialismus - Schwetzingen - April 2010
 
 
 
* Wichtiger Hinweis:
Durch eine nachgeschobene neue Opferdefinition versucht die Stadtverwaltung Schwetzingen nach dem Abschluss des Wettbewerbes seit März 2011 die Zahl der Opfer, die in der Gedenkstätte geehrt werden sollen, drastisch zu reduzieren. Eine im Stadtarchiv erst in Juli 2011 nachträglich geschaffene definition besagt, dass ein Opfer im Sinne der Gedenkstätte nur eine Person ist, die "in Schwetzingen geboren wurde und/oder in der Zeit des NS-Regimes zwischen 1933 und 1945 dort lebte und aufgrund von NS-Gräueltaten zu Tode gekommen ist.
Weil im Sinne der Schöpfer dieses neuen Kriteriums als NS-Gräueltat ausschließlich der Tod in einem der Konzentrationslager angesehen wird, wurden von der Namensliste der Toten die jüdischen BürgerInnen von Schwetzingen ausgesondert, die in dieser Zeit des "natürlichen Todes" oder unter unbekannten Umständen verstorben sind. Dies obwohl belegt ist, dass sie zw. 1933 - 1945 unter massiver Bedrohung leben mussten, aus der Stadt vertrieben wurden und teilweise fern von Schwetzingen auf der Flucht verstorben sind.
Unter völliger Verkennung der damaligen Lebensumstände der Opfer, ermöglicht die neue Opferdefinition noch in unserer Gegenwart des 21. JH., dass die Zahl der Schwetzinger Opfer auf einen Schlag von 350 bzw. 1800 auf lediglich 58 Namen reduziert wurde, wie aus der "endgültigen Opferliste", die der Stadtarchivar am 22.6.2011 zur Verfügung stellte, deutlich ist.

Wenn man eine Gedenkstätte nach den neuen Vorgaben der Stadtverwaltung Schwetzingen bauen würde, würde sie wider besseren Wissens wesentliche Aspekte des Holocaustes leugnen. Dafür ist jedoch die oben erläuterte Konzeption der Gedenkstätte völlig ungeeignet und steht nicht zur Verfügung, solange die Gefahr besteht, dass die Gedenkstätte das Verschweigen der geschichtlichen Tatsachen und das Vergessen fördern könnte.
Vertiefende Angaben zur Ausschreibung siehe: 
Hintergrund der Ausschreibung des Wettbewerbes 2010.

 

Performance - Projekte

 

1990 „Verratene Geheimnisse“ Klangperformance Bildhauerwerkstatt Berlin (Mit den Musikern Andreas Müller u. Jörgen Brilling)

 

1991-1995 „Zwischenwelten“ Solo-Klangperformance (Cité Internationale des Arts Paris; Kunststiftung Baden–Württemberg;

„Villa Gans“ in Kronberg im Taunus, Mitzpeh Ramon - Israel)

 

2007 "Asteroiden" Tanzperformance von Nicole Weyandt in der Rauminstallation "Polymyxa Graminis"

   
© Michael Deiml & Allrounder