1. Einzelausstellungen - One-person exhibitions 

1988 "Installationen und Projekte"  ☛   ☛  ☛  ☛ Galerie Heppächer (Esslingen)  

1991 Installation „La Fenètre“ und Performance „ Entre-Mondes“ ? Cité Internationale des Arts (Paris) 

1992 • Stipendiatenausstellung im Haus der Kunststiftung Baden Württemberg (Stuttgart)  

1992 • „Retour de Paris“ Institut Français (Stuttgart)  

1992 • Klanginstallation „Das Fenster“ und Klangperformance „Zwischenwelten“ Villa Gans (Kronberg in Taunus.)  

2002 • „Luce e Vento“ Castello di Pergine – Italien

2007 • „Von Mikro zu Makro☛  Städtische Galerie Sindelfingen

Ausgewählte Gruppenausstellungen und Symposien;  Selected group exhibitions and symposions
2019 "Könnte aber doch☛  ("Could be") Württembergischer Kunstverein Stuttgart
2018 "Aktuelle Wege - Kunstsymposion Süssen 2018
2009 „Natur and Peace“ Geumgang Nature Art Pre-Biennale 2009 , Süd Korea
2009 Workshop – „Geräusche und Klänge an künstlerischen Objekten in der Natur“ Victoriapark-Kronberg in Taunus
2008 „Zwischenstand“ Württembergischer Kunstverein Stuttgart
2004 „Cambio Constante“  ☛ Zaragoza Spanien
2001 Retrospektive „50 Retour de Paris“ – Akademie Schloss Solitude Stuttgart
2000 „99 Standpunkte“ "Obelisk Langenhagen☛
1998 Installation „Magritte am Neckar“ ☛ Landesgartenschau Plochingen
1996 Artists -Messengers of Peace“ (Museum Ha Aretz -Tel Aviv)
1995 • „Co-Existence“ Symposion - Construction in Process ( Mitzpe Ramon - Israel)
1994 „Pro nature - Anti nature“ ☛ Third sculpture Biennale Ein Hod - Israel)
1993 „Sculptura“ (Kevelaer)
1992 „L´art au dèfi des technosciences“ (Cité des Sciences et de l´Industrie- La Villette - Paris)
1992 „Im Wege stehend II☛ (Schwetzingen) 
1990  „Werkstücke“  „KÖNIG LAVRA“ ☛ (Bildhauerwerkstatt Berlin) Klanginstallation
1990 "Kunstsommer" Vaihingen Enz - Projekt "Obelisk" ☛
1989 Kunst im Container“☛ IV. Freiburger Symposium–Kunstverein Freiburg in Breisgau
1987 Akademieausstellung☛ im Bleyle Gebäude Stuttgart
1985 „Zeit und Sonne“ (Bietigheim, Engen, Köln)
1984  „Junge Kunst in alter Stadt“  ☛  ☛ (Gengenbach)
 
 
Forschungsprojekt
Stein -Licht - Mensch
„STEIN – LICHT - MENSCH“ - ist ein künstlerisches Projekt unter Einbeziehung der Astronomie und Archäologie.


Es betrifft die Megalithen-Stätte von Changé in der Nähe vom Ort Saint Piat (Eure-et Loir) France

Dieses Projekt versucht die Erkenntniswege der Kunst und  der Wissenschaft miteinander zu verbinden. Bereits der Name des Projektes deutet auf seine enge Verwandtschaft mit dem Vorläuferprojekt SONNE -LICHT - MENSCH hin, nach dessen Fertigstellung in Juni 1984 ich in Frankreich Kult- und Kulturstätten aus dem Neolithikum besuchte und kennenlernte.
 
Nachdem in der Landschaftsinstallation SONNE - LICHT - MENSCH die Form, der Raum und Zeit untrennbar miteinander verwoben sind, suchte ich nach ähnlichen Zusammenhängen, die an neolithischen Steinsetzungen wie den Dolmen, Menhiren, Steinlinien und Steinkreisen noch heute ablesbar wären.

Im Mittelpunkt meines Interesses standen die folgenden Fragen:

• Inwieweit gibt es eine „Ideenverwandtschaft” meiner Arbeit, deren Inspirationsquelle für mich ursprünglich in Südamerika lag, mit den megalithische Kultstätten der europäischen Jungsteinzeit?

• Kann man überhaupt aus dem Erkenntnis- und Bewusstseinszustands des heutigen Menschen mit Hilfe der stummen Steine, den einzigen sprechenden Zeitgenossen des damaligen vorgeschichtlichen Menschen, etwas über sein Leben, seine Kultur und seinen Wissenstand erfahren?

Meine Landschaftsinstallation weist drei wichtige Merkmale auf, welche RAUM und ZEIT untrennbar miteinander verbinden.
Es sind:
1. Die Einbeziehung der landschaftlichen Gegebenheiten in die Wahl des Standortes (z.B. das Landschaftsprofil),
2. die Ausrichtung der Installation nach den Himmelsrichtungen
und
3. die Einbeziehung des kosmischen Geschehens im Jahresablauf (Bewegung der Sonne am Firmament).

In ähnlicher Weise hoffte ich diese Merkmale auch in den megalithischen Kultstätten des neolithischen Zeitalters zu finden, die zu Grundlagen unser heutiges Wissen über die Welt und Kosmos gehören.

Mein Interesse galt zunächst den noch heute erhaltenen neolithischen Steinsetzungen wie den Dolmen, Menhiren oder Steinreihen, die man in Frankreich findet. Insbesondere interessierte mich die folgenden Fragen:
• Besteht ein Zusammenhang zwischen dem Standort einer Steinsetzung und ihrer möglichen Funktion?
• Welche raumbezogenen Überlegungen führten die vorgeschichtlichen Erbauer zu der Entscheidung, die Stätte X gerade in der jeweiligen Form am Ort Y aufzustellen?
•Welche Rolle spielten dabei Parameter wie z.B. das Landschaftsprofil, die Vegetation usw.?

Durch einen reinen Zufall lernte ich im Sommer 1984 auf dem Weg in die Bretagne die megalithische Steinsetzung des Dolmen "Berceau" am östlichen Rand des Ortes Changé in der Nähe von Chartres im französischen Department Eure-et-Loir in Frankreich,  kennen.


Das Zentrum dieser megalithischen Stätte, die zw. 4500 und 3500 v. unserer Zeitrechnung errichtet wurde und bis etwa 2500 v.Ch. benutzt wurde, besteht aus dem Dolmen "Petit", der als Nekropole diente und den Dolmen "Berceau" mit seinen gravierten Stützsteinen, der bis zu seiner Zerstörung über mehrere Jahrhunderte als Kultstätte im Betrieb war.

In den Folgejahren nach 1984 besuchte ich, häufiger diesen Ort und nahm dort 1991 u.a. auch teil an archäologischen Ausgrabungen, die vor Ort durch eine örtliche Gruppe unter der Leitung von Herrn Dominique Jagu, durchgeführt wurden.

 

Berceau Das Loch 1984 72Markierungsstein Dolmen Berceau 1991Mein Interesse konzentrierte sich dabei auf den Dolmen Berceau, insbesondere auf eine auffällige elliptische Öffnung mit teilweise vermutlich künstlich geglätteten Oberfläche, die sich im östlichen der beiden Decksteine des Dolmens befindet. Die Geometrie des Lochs und seine Lage im Bezug auf die übrigen Teile des Dolmens führten mich zu der Hypothese, dass während der Zeit der Dolmennutzung als "ritueller Platz" die Erbauer und Nutzern in seinem Inneren je nach Jahreszeit und der Höhe der Sonne zur Mittagszeit einen sich bewegenden Lichtfleck am Boden, bzw. auf einem Stützstein beobachten konnten. Dadurch könnte Dolmen Berceau als Kalendarium bzw. Sonnenobservatorium genutzt worden sein.
Der Hypothese lag zu Grunde auch die Annahme, dass Dolmen Berceau während der Nutzungszeit nicht unter einem Tumulus aus Steinen begraben war, womit der Durchgang der Sonnenstrahlen durch das Loch in das Innere des Dolmens in der Tat unmöglich wäre.

Die Schlussfolgerung der archäologischen Grabungen war, dass Dolmen Berceau nach mehreren hundert Jahren der Nutzung als "ritueller Platz" durch einen vorsätzlich herbeigeführten Bruch der Deckplatte in zwei Teile unbrauchbar gemacht wurde.
Bei dem Sturz der Deckplaten begrub die Westliche unter sich einen ehemaligen Stützstein im Norden, in dem auffällige Einkerbungen zu finden sind, während sich der östliche Teil der Deckplatte durch das Abrutschen verdrehte.

 

Symposium „STEIN – LICHT - MENSCH“

Berceau Stein Gravierungen 1984 Das Projekt „STEIN – LICHT - MENSCH“ auf dessen Realisierung ich noch in den Neunzigern des 20. JH. hoffte, sollte im Rahmen eines Symposiums interessierte Archäologen, Ingenieure, Astronomen und Künstler zusammenbringen, um Ideen zu sammeln wie die aufgestellte Hypothese experimentell überprüft werden könnte, wodurch auch mehr Verständnis für die Art und Weise der ursprünglichen Nutzung und Bedeutung dieses Ortes ermöglicht werden sollte.

Mangels anderer am Anfang der neunziger Jahren des 20. Jh. allgemein zugänglichen Techniken, wie der heute weit verbreiteten virtuellen Realität und 3-D Computermodellierung, war das ursprüngliche Ziel die beiden Decksteine sowie einen umgestürzten, unter den Decksteinen begrabenen "Markierungsstein" physisch in ihre ursprüngliche Positionen so zu bringen und in ihrer Lage so zu stabilisieren, so dass man im Laufe des Jahres die von den Sonnen strahlen verursachten Lichtphänomene im Dolmen-Inneren beobachten und dokumentieren könnte.

Die französischen Behörden bei denen ich um die Genehmigung bat, verhinderten damals die Umsetzung der Grundidee unter dem Hinweis auf den hohen Denkmalstatus der Anlage.

Der Leiter der Grabungen vor Ort lehnte die Arbeitshypothese mit der Begründung ab, weil Dolmen Berceau nach seiner damaligen Meinung unter einem Tumulus aus Steinen zugedeckt sein sollte.

 

Dieses "Totschlagargument" des Grabungsleiter wurde geäußert, obwohl sich bereits damals aus den bisherigen Grabungsergebnissen andeutete, dass ein Steintumulus nicht über die Höhe der Stützsteine hinausreichte.

Heute, dreißig Jahre später, nach dem Abschluss der archäologischen Grabungen vor Ort und der Etablierung eines Dolmen-Museums an der Grabungsstelle, lautet die im Museum dargestellte Schlussfolgerung, dass es nie eine Zudeckung des Dolmen Berceau durch einen Stein Tumulus gab. Somit gab es auch keine Behinderung der direkten Sonnenbestrahlung des Lochs.

Trotz dem wird bis heute die Existenz des Lochs im Deckstein des Dolmen Berceau und dessen mögliche Funktion aus unerklärlichen Gründen weitgehend ignoriert.
Mehr noch: Nach meinem letzten Besuch der Grabungsstelle und des sehenswerten, neuen Musée des mégalithes de Changé im Herbst 2018 habe ich den früheren Grabungsleiter Dr. Dominique Jagu, der noch heute maßgeblich die Deutungshoheit über diese Stätte inne hat, angeschrieben und ihm vorgeschlagen, mit den heute relativ einfach zugänglichen fotometrischen Methoden den Dolmen und das Loch exakt zu vermessen und auf dieser Grundlage danach ein virtuelles 3D-Modell des Dolmens zu bilden. Dabei würde die jetzige, physische Struktur des Dolmens und die Lage der einzelnen Steine physisch nicht angetastet. Das würde später ermöglichen, das die bisher nur hypothetisch angenommenen  Lichtphänomene, die möglicher Weise vor 4500 - 5000 Jahren im Dolmen Berceau sichtbar waren, in der heutigen Zeit in einem Computer zu simulieren und den heuten Menschen vorzuführen.
Das 3D-Modell könnte andererseits selbstverständlich auch den Nachweis führen, dass die zugrundeliegende Hypothese nicht richtig war.

Obwohl die Virtualisierungsidee die Belange der physischen Erhaltung des Dolmens erfüllen würde und die Erstellung des Computermodells einen relativ überschaubaren Arbeitsaufwand darstellen würde, wurde auch dieser Projektidee im Sommer 2019 durch Dr. Dominique Jagu mit der Begründung pauschal abgelehnt, dass ..."die erzielten Ergebnisse, den Aufwand nicht rechtfertigen würden".

Da Dr. Jagu, der unbestrittene Verdienste für die Entwicklung und Zugänglichmachung des Ortes hat, sich bis heute leider einem offenen Gedankenaustausch zu der Projektidee versperrt, kann man über die Gründe für die Jahrzehnte vor Ort ignorierte Fakten und den eventuellen Folgen dieser Missachtung nur spekulieren: Wegen der Unkenntniss oder Missachtung eines möglichen Zusammenhangs zwischen dem Sonnen- bzw. dem Mondlauf einerseits und der Position sowie der Form des Lochs im Deckstein des Dolmens andererseits, sind bei den Grabungen in der Vergangenheit eventuell irgendwelche wichtige, jedoch unscheinbare Einzelheiten im Dolmen-Inneren als mögliche Markierungen übersehen oder sogar entfernt worden.

 

Die Verwirklichung der Idee eines virtuellen 3D-Modells und die Überprüfung der möglichen astronomischen oder kalendarischen Zusammenhänge in der Bedeutung des Dolmens Berceau, muss vermutlich auf die nächste Generation von Menschen warten, die vor Ort die Verantwortung nach Dr. Jagu übernehmen werden und künftig hoffentlich mehr Offenheit gegenüber den in den vergangenen Jahrzehnten offensichtlich unbeachteten Fakten entgegen bringen werden indem sie auch auf die modernen, technischen Möglichkeiten zurückgreifen werden. Damit wird man sich der Besonderheit und Bedeutung dieses Ortes auf einer anderen Art und Weise nähern, als es bisher mit traditionellen Methoden der Fall war.

Es ist sicherlich sehr wichtig einen solchen besonderen neolithischen Ort behutsam auszugraben und anhand der dort gefunden Knochen und Artefakte zu versuchen über die gesellschaftliche und soziale Strukturen der damaligen Menschen, deren Begräbnistraditionen mehr zu erfahren oder anhand von Zahnverschleiß auf deren Ernährung zu schließen. Es reicht aber nicht pauschal zu sagen: "Dolmen Berceau" war ein ritueller Platz, ohne die Antwort auf die Frage zu suchen, worin der damalige "Ritus" überhaupt bestanden haben könnte, wenn z.B. veränderliche Lichtphänomene, die den damaligen Menschen sicher nicht entgangen sind, heute bei der Deutung des Ortes völlig ignoriert werden.

Sollte der bisher noch nicht überprüfte Zusammenhang physikalisch möglich sein und funktionieren, dann könnte der Ritus u.a. aus langristiger Beobachtung der Lichtpfänomene und der geistigen Anstrengung der damaligen Menschen bestehen, mit der Hilfe von künstlich erbauten "Instrumenten" wie Dolmen Berceau die Welt anhand von wahrnehmbaren Phänomenen begreifen zu versuchen, die Zeit messbar zu machen und den Lauf der Gestirne zu verstehen. Dabei schufen diese Menschen vor 5000 Jahren für die heutige Menschheit, die Grundlagen unserer heutigen Wissenschaften und Technik.
Die Menschen, die Dolmen Berceau erbaut und über Jahrhunderte betrieben haben, gehörten vielleicht auch zu ihnen.


 

Die Erinnerungsstäte befindet sich in Cernovice bei Tábor, etwa 100 km südöstlich von Prag, in unmittelbarer Nachbarschaft eines erst nach dem Zweiten Weltkrieg schwer beschädigten jüdischen Friedhofs. (Foto Jiří Fiedler 1987)

Auch das zum Friedhof gehörende Totenhaus wurde in der selben Zeit zu einer Bauruine, die erst Ende der neunziger Jahre des 20. Jh. restauriert wurde.


Der Zugang zum Friedhof, der bis 1942 über einen Weg von der Straße führte, wuchs im laufe der Jahre mit Gras zu, weil dieser nach dem Krieg von niemand benutzt wurde.

Die große Mehrheit der Tschernowitzer Juden kehrte aus den nazistischen Konzentrationslagern nie zurück.

Abgesehen von dem verlassenen zerstörten Friedhof, dem letzten sichtbaren Beleg des jüdischen Lebens in Cernovice, wo Juden spätestens seit dem 16. Jahrhundert gelebt hatten, erinnerte bis 2002 in dieser Kleinstadt nichts, an den jüdischen Anteil in ihrer Geschichte.

Weil es in Cernovice nach dem Zweiten Weltkrieg keine jüdische Familienmmehr gegeben hatte, wurde die im 19. Jahrhundert im neugotischen Stil erbaute Synagoge zum Wohnhaus umgebaut. So entstand in dieser Stadt ein frühes Beispiel einer »Architektur des Vergessens«.

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Konzeption und Realisierung

Pfad der Erinnerung

Ausstellung in der Totenhalle

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Die Jüdische Erinnerungsstätte Tschernowitz, die in Cernovice bei Tabor in der Tschechischen Republik entstanden ist, wurde zum 60. Jahrestag der Deportation der Cernovicer Juden in die Konzentrationslager am 10. November 2002 feierlich eingeweiht.

Das Projekt entstand auf Initiative von Dr. Michal Arend und weiterer Mitglieder des eigens dafür gegründeten Vereins.

Das Gesamtkonzept der Erinnerungsstätte wurde vom Bildhauer Michael Deiml erarbeitet und realisiert.

Erläuterungen zur Ausgangssituation des Projektes, Konzeption und Realisierung dieser Erinnerungsstätte, zur Ausstellung in der Totenhalle, zum pädagogischen Projekt, zur Eröffnung der Erinnerungsstätte Černovice, oder zu weiteren Einzelheiten, werden Sie unter den folgenden Links auf dieser  Webseite finden:

Ausgangssituation des Projektes

Ausgangssituation des Projektes

Konzeption und Realisierung

Pfad der Erinnerung,

Ausstellung in der Totenhalle

Ausstellung in der Totenhalle, 

Eröffnung der Erinnerungsstätte Černovice

Pädagogisches Projekt,

Weitere Tätigkeit auf dem Gebiet der Denkmäler

  

Die Tschernovitzer Erinnerungsstätte unterscheidet sich in mancher Hinsicht von den bekannten staatlichen Gedenkeinrichtungen wie z. B. in Theresienstadt, Sachsenhausen, Buchenwald oder in Auschwitz. Diese befinden sich an so genannten »authentischen Orten«, die mitdem Massenmord am europäischen Judentum und anderen Opfergruppen unmittelbar verbunden sind.

Solche »Ready-Made-Denkmale« wurden nach dem Zweiten Weltkrieg zu Symbolen des Holocaust und zu Stätten der Erinnerung an den planmäßigen Mord erkoren. Auch wenn die Wichtigkeit und Erhaltungswürdigkeit dieser Stätten nicht in Frage gestellt werden soll, kann die  Konzentration des Erinnerns in diesen »Zentren des Holocaust« das Vergessen der Opfer an ihren Herkunftsorten mitbewirken.

Černovice könnte man dem gegenüber als ein Beispiel für die »Peripherie des Holocaust« ansehen. Dieses Städtchen ist eines von Tausenden, historisch vielleicht unbedeutenden Orten in Europa, wobei deren Wichtigkeit hinsichtlich des Holocaust aber gerade darin besteht, dass aus ihnen Millionen der späteren Holocaust-Opfer, vor den Augen der übrigen Bevölkerung, deportiert wurden, womit oft der Prozess der Verdrängung und des Vergessens vor Ort begonnen hatte.

Im Unterschied zu vielen anderen Gedenkstätten, die unter dem Motto »Gedenke der Toten« aus der Vergangenheit schöpfen, erweitert die Konzeption der Erinnerungsstätte  Černovice explizit die Gruppe der Holocaustopfer um die in den Denkmalen oft vernachlässigten Überlebenden.

Das Leben dieser Opfer wurde noch Jahrzehnte nach ihrer Befreiung aus den Konzentrationslagern von der Last der Erinnerungen an das Erlebte, dem Verlust der Familien-angehörigen und weiteren persönlichen Folgen geprägt. Dieses beeinträchtigte (Über)-Leben stellt als Gegenwartselement den Teil einer Zeitbrücke zur Vergangenheit dar. Sie wird durch den "Pfad der Erinnerung", einem erneuerten Zugang zum Friedhof, versinnbildlicht.

Über diese Verbindung soll durch Erinnerung und Empathie den jetzigen und kommenden Generationen die Botschaft vermittelt werden, künftig ähnliche Exzesse wie den Holocaust zu verhindern.

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© Michael Deiml & Allrounder