Der König stirbt


DER KÖNIG STIRBT Installation in der ehemaligen Synagoge in Esslingen am Neckar
 


   

 


   



 

 
  
Der Anlaß für die Schaffung dieser Installation in den Räumen  der ehemaligen Synagoge von Esslingen am Neckar, die heute als Galerie im Heppächer genutzt wird, war der 50.Jahrestag der Reichs-Pogromnacht vom 9. November 1938. In dieser Nacht wurde in dieser Synagoge eingebrochen. Nur weil die Nazitäter Angst hatten, daß ein Feuer auf die umliegenden Gebäude übergreifen würde, wurde die Synagoge damals „nur” verwüstet und nicht angezündet.

Das zweiteilige Kunstwerk wurde in zwei übereinander liegenden
Räumen der Galerie installiert. Die runde, einem schwarzen Vulkankegel ähnliche Holzform mit Quarzsand-Füllung in der Mitte wurde in dem oberen Raum der Galerie aufgestellt.
Der Sand wurde so aufgeschüttet, daß zum Beginn der Ausstellung der angebrannte Mantel der Holzform zusammen mit dem weißen Quarzsand eine perfekte Kegelform bildete. Danach, während der insgesamt vier Wochen dauernden Ausstellung, rieselte ein feiner Kristallsandstrahl Tag und Nacht durch ein kleines Loch im Boden des Raumes in den darunter liegenden ehemaligen Betsaal der Synagoge. Am Boden lag dort ein gespaltener, angebrannter Baumstamm.
Der von der Decke herunterrieselnde Sand bedeckte nach und nach den verkohlten Holzkörper, wobei sich ein neuer Sandkegel bildete. Während dieses Prozesses fiel stetig die ursprünglich perfekte Kegelform des Sandes im oberen Raum in sich zusammen, so daß am Ende nur eine Art Krater sichtbar blieb.

Aus Anlass dieser Ausstellung wurde auch die Installation "Zerstörungen" aufgestellt.

Galerie im Heppächer-Esslingen am Neckar (1988)
Material: Holz, Kristallsand
Abmessungen: Kegeldurchmesser 4m;
verkohlter Baumstamm: Länge 2m