Granit und das Leben der Gnome


Installation im verlassenen Industrieareal der Firma Bleyle in Stuttgart 1987
 

                                                           

 


   


 

 

   

Das Loch, welches aus der Decke im Raum eines alten verlassenen Industriegebäudes herausgebrochen war, wurde vor Ort bereits vorgefunden. Als Genius loci ist es zum konstituierenden Element dieser Installation geworden.

Aus der Öffnung in der Decke traten senkrecht nach unten etwa 100 dünne weiße Kunststoffseile heraus. Sie waren durch das Gewicht der Granitpflastersteine, die an diesen Seilen hingen, gespannt.
Die Pflastersteine bildeten eine etwa 40 cm über dem Boden schwebende Fläche, deren Form der Lochform in der Decke entsprach.

Für den Namen dieser Installation wurde der Titel eines Vortrags genutzt, in dem ein antroposophischer Forscher
über  Gnome berichtete, die nach seiner Auffassung im Granit leben.
Diese Elementarwesen leiden nach der Auffassung des Forschers angeblich darunter, daß die Menschen den Granit mit Industriemethoden verarbeiten, wobei meistens starre rechteckige Formen entstehen. Nur wenn Menschen aus Granit Kunst machen ist es, den Erkenntnissen dieses Forschers zufolge, für die Gnome tolerierbar.
Die Installation GRANIT UND DAS LEBEN DER GNOME ist ein kleiner, vielleicht unvollkommener Versuch, die Gnome freundlich zu stimmen, da mit den industriell gefertigten kubischen Pflastersteinen aus Granit immerhin ein Kunstwerk geschaffen wurde.

Entstehungsort : Stuttgart - ehemalige Fabrik „Bleyle” (1987)
Material: Kunststoffseil, Granit, Decke eines Raumes aus Gips, Holz, Stahldraht, Beton
Abmessungen : ca. 3,5 x 3 x 2 m