König Lavra - Klanginstallation

 


 

 

 

  
 

Klanginstallation KÖNIG LAVRA 

Die Installation KÖNIG LAVRA entstand 1990 während meines Philip Morris- Bildhauereistipendiums in den Räumen der „Bildhauerwerkstatt Berlin”, wo sie auch Teil der Ausstellung Werkstücke wurde.

Die dortigen Innen - und Außenräume dienten als Inspirationsquelle und Basismaterial zugleich. Die das Gebäude umgebende „Natur” mit Fluß (die Panke) und eine Baumallee wurden mittels dünner Edelstahlseile mit den zwei übereinander liegenden Räumen der Werkstatt verbunden.

Im Innenraum unter einer Empore wurden 28 Behälter aus Stahlgitter aufgestellt, die mit unzustellbaren Briefen gefüllt wurden_. Diese Schriftstücke waren zuvor im Reißwolf der Deutschen Bundespost in normierte dünne Streifen zerschnitten worden, wodurch ihre Geheimnisse gewahrt bleiben sollten. Die so präparierten Stahlgitterobjekte mit Papierschnipseln wurden durch dünne Edelstahlseile im Zustand des labilen Gleichgewichts gehalten.

Die 28 Seile führten kreuz und quer nach oben in einen rechteckigen Ausschnitt im Boden der Empore. Dort wurden sie in Richtung Fensterfront umgelenkt. In strenger geometrischer Formation durchdrangen die Seile den Fensterrahmen nach außen, wo sie dann weiter über eine Entfernung von etwa 40m bis zu einem Baum auf der anderen Flußseite gespannt wurden.

In der Installation KÖNIG LAVRA bildete das labile Gleichgewicht der schweren, mit Briefen gefüllten Gitterkisten die physische Grundlage der Spannung, die in der gesamten Arbeit herrschte. Die Energie, die daraus resultierte, durchdrang die Installation auf gesamter Länge, wobei die Seile immaterielle Kraftlinien und Bewegungsspuren zugleich darstellten.

Die Verbindung zwischen Innen und Außen war dynamisch, da mittels der gespannten Seile die Schwingung der Baumkrone in Windböen als Bewegung der Gitterobjekte bis in den unteren Innenraum übertragen wurde. Ausser deutlicher Bewegung der Gitterobjekte erzeugte der Wind auf den Gespannten Seilen auch hörbare Klänge.

 

In einer Zusammenarbeit mit den Musikern Jörgen Brilling und Andreas Müller wurde auf dieser Installation eine Klangperformance unter dem Titel "Verratene Geheimnise" aufgeführt.

 

Die Geschichte von König Lavra, des Namensgeber dieser Klanginstallation, ist im Katalog "Installationen und Projekte" auf den Seiten 62 und 63 abgedruckt.